24.07.2025 13:15

Hitzewallungen und deren Ursachen, Symptome und Einfluss auf die Basaltemperatur

Dr. Niels van de Roemer
Dr. Niels van de Roemer Medical Adviser

Was sind Hitzewallungen?

Hitzewallungen sind eines der häufigsten Symptome der Wechseljahre und betreffen einen Großteil aller Frauen in dieser Lebensphase. Schätzungen zufolge erleben bis zu 80 % der Frauen während der Menopause wiederkehrende Hitzewellen, die mindestens ein Jahr anhalten, während etwa ein Viertel der Betroffenen diese Symptome sogar über fünf Jahre hinweg verspürt. Die typischen Anzeichen sind plötzliche, intensive Wärmegefühle, die sich rasch über den gesamten Körper ausbreiten, häufig begleitet von Schweißausbrüchen, Hautrötungen und in manchen Fällen einem anschließenden Kältegefühl.

Was verursacht Hitzewallungen?

Der Hauptauslöser von Hitzewallungen ist der abfallende Östrogenspiegel, der in den Wechseljahren auftritt. Das Hormon Östrogen spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulation der Körpertemperatur. Sinkt der Hormonspiegel, kommt es zu einer Fehlregulation im Hypothalamus, dem Temperaturzentrum im Gehirn. Die Folge ist eine plötzliche Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation), insbesondere unter der Haut, was zu einer verstärkten Durchblutung, Wärmeempfindungen und Hautrötungen führt.

Der genaue Mechanismus dieser Vorgänge ist bislang nicht vollständig erforscht, jedoch ist klar, dass der Östrogenmangel eine zentrale Rolle spielt. Auch andere Faktoren wie Stress, bestimmte Medikamente, Alkohol, scharfes Essen oder koffeinhaltige Getränke können Hitzewallungen zusätzlich verstärken.

Symptome und Verlauf von Hitzewallungen

Hitzewallungen treten oft ohne Vorwarnung auf und können mehrmals täglich vorkommen. Das Wärmegefühl beginnt typischerweise im Gesicht, Hals, Nacken oder Brustbereich und breitet sich dann auf andere Körperteile wie Rücken oder Oberarme aus.

Typische Symptome von Hitzewallungen sind:

  • Intensive Hitzegefühle, die zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten dauern
  • Starkes Schwitzen, oft begleitet von Hautrötungen
  • Schüttelfrost oder Frösteln nach dem Abklingen der Hitzewelle
  • Unruhe, Herzklopfen oder ein kurzfristiges Gefühl der Beklemmung

Die Häufigkeit variiert stark: Während manche Frauen nur ein paar Episoden pro Woche erleben, haben andere bis zu 30 Hitzewallungen pro Tag. Diese Symptome können den Alltag und die Schlafqualität erheblich beeinträchtigen.

Hitzewallungen und hormonelle Veränderungen

Ein besonders starkes Auftreten von Hitzewallungen ist eng mit der hormonellen Umstellung während der Menopause verbunden. Durch das Absinken von Progesteron und Östrogen verändert sich das Verhältnis dieser Hormone im Körper, was die Regulation von Temperatur und Stoffwechsel beeinflusst. Da das Hormon Progesteron nach dem Eisprung für den Anstieg der Basaltemperatur verantwortlich ist, lässt sich die BBT zuverlässig messen, selbst wenn Hitzewallungen auftreten.

Einfluss auf BBT

Einfluss von Hitzewallungen auf die Basaltemperatur

Es gibt immer wieder die Frage, ob Hitzewallungen einen Einfluss auf die Basaltemperatur (BBT) haben. Studien zeigen jedoch, dass natürliche Hitzewallungen die Körperkerntemperatur nicht nachhaltig beeinflussen. Das wahrgenommene Wärmegefühl ist das Ergebnis der erweiterten Blutgefäße, die vermehrt warmes Blut an die Hautoberfläche transportieren. Dieser Prozess führt zu einer lokalen Erwärmung und Rötung der Haut, jedoch nicht zu einem messbaren Anstieg der inneren Körpertemperatur.

Die Basaltemperatur, die vor allem im Rahmen der Zyklusbeobachtung und Fruchtbarkeitsanalyse gemessen wird, bleibt hiervon unberührt. Hitzewallungen sind also kein Faktor, der den BBT-Verlauf verfälscht.

Warum Hitzewallungen die Basaltemperatur nicht beeinflussen

Die Basaltemperatur wird direkt nach dem Aufwachen, noch vor jeglicher Bewegung oder Aktivität, gemessen. Hitzewallungen treten hingegen unregelmäßig im Tagesverlauf auf und wirken sich nur auf die oberflächliche Hauttemperatur aus. Die Körperkerntemperatur, die für die Bestimmung des Eisprungs entscheidend ist, bleibt dabei unverändert.

Dies ist besonders relevant für Frauen, die mithilfe von Zykluscomputern wie Daysy ihre fruchtbaren Tage ermitteln. Die präzise Messung der Basaltemperatur durch ein Thermometer oder ein Zyklusgerät bleibt auch bei häufigen Hitzewallungen zuverlässig.

Zusatz: Einfluss auf Wearables

Im Gegensatz zur klassischen Basaltemperaturmessung kann die Temperaturmessung über Wearables wie Smartwatches oder Fitness-Tracker durch Hitzewallungen verfälscht werden. Da diese Geräte in der Regel die Hauttemperatur oder peripheren Temperaturwerte an Handgelenk oder Arm messen, können plötzliche Wärmeausbrüche eine temporäre Temperaturerhöhung anzeigen, die nichts mit der tatsächlichen Basaltemperatur zu tun hat. Dies kann zu ungenauen Daten führen, wenn diese Werte zur Zyklusauswertung oder Fruchtbarkeitsbestimmung verwendet werden.

Zykluscomputer und Zyklusbeobachtung in den Wechseljahren

Unsere Zykluscomputer messen mit hoher Genauigkeit die Basaltemperatur und zeigen zuverlässig fruchtbare und nicht-fruchtbare Tage an. Da Hitzewallungen keinen Einfluss auf die Basaltemperatur haben, bleiben unsere Zykluscomputer auch während der Perimenopause oder Menopause ein zuverlässiger Begleiter.

Frauen, die sich in den Wechseljahren befinden, profitieren von der kontinuierlichen Beobachtung ihres Zyklus, um hormonelle Veränderungen besser zu verstehen. Durch die Messung direkt nach dem Aufwachen wird der Einfluss von äußeren Faktoren minimiert.

FAQ
Beeinflussen Hitzewallungen die Basaltemperatur?

Nein, Hitzewallungen haben keinen direkten Einfluss auf die Basaltemperatur. Sie entstehen durch eine kurzfristige Erweiterung der Blutgefäße in der Haut, was lediglich die oberflächliche Hauttemperatur ansteigen lässt. Die Körperkerntemperatur, die für die Bestimmung der fruchtbaren Tage und des Eisprungs relevant ist, bleibt unverändert.

Können Wearables durch Hitzewallungen verfälschte Temperaturwert

Ja, Wearables wie Smartwatches oder Fitness-Tracker messen häufig die Temperatur an der Hautoberfläche. Da Hitzewallungen kurzfristig die Hauttemperatur erhöhen, können die von Wearables erfassten Werte ungenau sein und nicht die tatsächliche Basaltemperatur widerspiegeln. Für eine zuverlässige Zyklusauswertung ist ein klassisches Basalthermometer oder ein spezialisierter Zykluscomputer wie Daysy empfehlenswert.

Was hilft, um Hitzewallungen zu reduzieren?

Zu den effektivsten Maßnahmen zählen regelmäßige Bewegung, eine gesunde Ernährung, das Meiden von Alkohol, Kaffee und scharfen Speisen, sowie Entspannungstechniken wie Yoga, Atemübungen oder Meditation. In schweren Fällen können pflanzliche Präparate mit Phytoöstrogenen oder eine ärztlich begleitete Hormontherapie Linderung verschaffen.

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