26.08.2025 09:38

Was Fruchtbarkeitsmarker dir verraten

Dr. Niels van de Roemer
Dr. Niels van de Roemer Medical Adviser

(K)ein Blick in die Zukunft: Tests zur Eizellreserve

Die Eizellreserve einer Frau beschreibt, wie viele Eizellen noch in den Eierstöcken vorhanden sind – ein Faktor, der für die Fruchtbarkeit eine wichtige Rolle spielt. In den letzten Jahren wurden verschiedene Tests entwickelt, die Einblicke in diese Reserve geben sollen. Dabei stehen bestimmte Fruchtbarkeitsmarker wie das Anti-Müller-Hormon (AMH) oder das Follikel-stimulierende Hormon (FSH) im Mittelpunkt.

Hormonbasierte Tests

Besonders verbreitet sind AMH-Tests, die anhand einer Blutprobe den Spiegel dieses Hormons bestimmen. Der Wert gibt Hinweise darauf, ob die Eizellreserve dem Lebensalter entspricht oder davon abweicht. Sehr niedrige Werte können auf eine eingeschränkte ovarielle Reserve hindeuten, sehr hohe Werte auf hormonelle Störungen wie das PCO-Syndrom.

Auch FSH, LH, Progesteron oder Östrogen (E2) werden in erweiterten Testverfahren berücksichtigt, da sie weitere Informationen zur hormonellen Regulation liefern können. Allerdings gilt: Ein einzelner Wert liefert keine vollständige Aussage über die tatsächliche Fruchtbarkeit.

Heimtests und ihre Grenzen

Zwischen 2015 und 2017 kamen verschiedene Heimtests auf den Markt, die eine einfache Bestimmung der Eizellreserve ermöglichen sollten. Neben Bluttests für AMH wurden auch genetische Tests angeboten, die bestimmte DNA-Marker untersuchten, die mit verminderter Fruchtbarkeit oder einem frühen Eintritt der Menopause in Zusammenhang stehen. Viele dieser Angebote haben sich jedoch nicht dauerhaft etabliert.

Aktuell sind standardisierte AMH-Test-Sets erhältlich, die zu Hause angewendet und anschließend ins Labor geschickt werden. Studien zeigen jedoch, dass niedrige AMH-Werte nicht zwingend mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft verbunden sind. Die Fruchtbarkeit wird durch viele Faktoren beeinflusst – darunter die Qualität der Eizellen, die Funktion der Eierstöcke und auch die Spermienqualität des Partners.

Wann ein ärztlicher Test sinnvoll ist

Heimtests können ein erster Anhaltspunkt sein, ersetzen aber keine medizinische Diagnose. Bei auffälligen Ergebnissen oder konkretem Kinderwunsch empfiehlt sich eine Abklärung in einer gynäkologischen Praxis oder Kinderwunschklinik. Dort können ergänzend Ultraschalluntersuchungen oder weitere Hormonanalysen durchgeführt werden, um die ovarielle Reserve genauer einzuschätzen.

Fazit

Tests zur Eizellreserve können hilfreiche Informationen liefern, doch ihre Aussagekraft ist begrenzt. Ein einzelner Wert wie der AMH-Spiegel erlaubt keinen sicheren Blick in die Zukunft, sondern muss immer im Gesamtkontext betrachtet werden. Wer seine Fruchtbarkeit besser einschätzen möchte, sollte Testergebnisse daher immer gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal besprechen.

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