Der Menstruationszyklus und das Immunsystem
Der weibliche Zyklus beeinflusst nicht nur die Fruchtbarkeit, sondern hat auch einen entscheidenden Einfluss auf das Immunsystem. Viele Frauen beobachten im Laufe ihres Zyklus körperliche Veränderungen, insbesondere eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte in bestimmten Phasen. Diese Beobachtungen sind längst wissenschaftlich untermauert: Die Immunantwort variiert je nach Hormonstatus und Zyklusphase, was Auswirkungen auf Infektionsrisiken, Autoimmunerkrankungen und Allergien hat.
Warum dein Immunsystem im Zyklus schwankt
Während der etwa 28-tägige Zyklus in die Follikelphase, den Eisprung, die Lutealphase und schließlich die Menstruation unterteilt ist, verändert sich die Konzentration der Hormone Östrogen, Progesteron und Testosteron. Diese Hormone interagieren mit den Immunzellen deines Körpers. Besonders das Östrogen bindet an Rezeptoren der Immunzellen und moduliert die Abwehrreaktion. In der ersten Zyklushälfte, wenn Östrogen dominiert, ist das Immunsystem besonders aktiv – Krankheitserreger haben es schwer.
Ab dem Eisprung nimmt der Progesteronspiegel zu, während Östrogen langsam abfällt. In dieser Phase, der Lutealphase, wird die Immunantwort bewusst herunterreguliert, um eine mögliche Schwangerschaft zu ermöglichen. Das Problem: Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien können nun leichter angreifen.
Immunsystem stärken in jeder Zyklusphase
Auch wenn sich das Immunsystem zyklusbedingt verändert, kannst du selbst viel dafür tun, es zu unterstützen:
- Ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, gesunden Fetten und Proteinen.
- Regelmäßige Bewegung – vorzugsweise an der frischen Luft.
- Stressvermeidung – Stress beeinflusst Hormone und das Immunsystem negativ.
- Ausreichend Schlaf, besonders in der Lutealphase.
Zyklus-Tracking, z. B. mit einem Zykluscomputer wie Daysy oder Lady-Comp, hilft dir dabei, deine Zyklusphasen genau zu kennen und deinen Lebensstil gezielt daran anzupassen – etwa durch bewusste Ernährung, angepasste Bewegung oder gezielte Ruhephasen in Zeiten erhöhter Anfälligkeit.
Zyklus, Hormone und Impfung
Bis heute fehlen belastbare Daten zur Frage, ob der Impfzeitpunkt im Zyklus eine Rolle spielt. Theoretisch könnte die Follikelphase mit aktivem Immunsystem einen besseren Impferfolg liefern als die Lutealphase. Gleiches gilt für die Wirkung von hormoneller Verhütung: Pillen mit Progestin können die Immunantwort dämpfen – möglicherweise steigt dadurch das Infektionsrisiko. Hier sind noch viele wissenschaftliche Studien notwendig, um klare Aussagen treffen zu können.
Hormone steuern mehr als du denkst
Der Einfluss des Menstruationszyklus auf das Immunsystem ist wissenschaftlich belegt und für viele Frauen im Alltag spürbar. Zyklisch bedingte Schwankungen der Immunabwehr können Infektanfälligkeit, Allergiesymptome und Autoimmunerkrankungen beeinflussen. Mit Wissen über deinen eigenen Zyklus, einem gesunden Lebensstil und ggf. medizinischer Beratung kannst du jedoch gezielt gegensteuern und dein Immunsystem stärken – unabhängig von der Zyklusphase.
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Quellen
1) Alvergne A, Tabor VH: Is Female Health Cyclical? Evolutionary Perspectives on Menstruation. arXiv preprint arXiv:1704.08590. 2017 Apr 26. www.cell.com
2) Maegan Boutot: The immune system and the menstrual cycle, Helloclue 2018. hello clue
3) Oertelt-Prigione S. Immunology and the menstrual cycle. Autoimmunity reviews. 2012 May 31;11(6): A486-92, https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1568997211002977
4) Cunningham M, Gilkeson G. Estrogen receptors in immunity and autoimmunity. Clinical reviews in allergy & immunology. 2011 Feb 1;40(1):66-73.
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