20.08.2025 14:58

Ein Blick auf die Schilddrüsenfunktion

Dr. Niels van de Roemer
Dr. Niels van de Roemer Medical Adviser

Die zentrale Rolle unserer Schilddrüse

Die Schilddrüse ist klein, spielt aber eine zentrale Rolle im Körper. Sie reguliert den Stoffwechsel und beeinflusst damit viele wichtige Prozesse. Die von ihr produzierten Hormone, vor allem Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), steuern Energieverbrauch, Herzfrequenz, Körpertemperatur und den Menstruationszyklus. Auf diese Weise tragen Schilddrüsenhormone wesentlich dazu bei, dass der Körper reibungslos funktioniert.

Die Basaltemperatur, die von den Schilddrüsenhormonen beeinflusst wird, kann Hinweise auf die Funktion der Schilddrüse geben. Liegt sie zwischen 36,4 °C und 36,9 °C, gilt das als normal. Werte unter 36 °C können hingegen auf eine mögliche Unterfunktion hindeuten.

Besonders für Paare mit Kinderwunsch ist das wichtig, da Probleme mit der Schilddrüse oft auch die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Das regelmäßige Messen der Basaltemperatur bietet deshalb eine einfache Möglichkeit, mögliche Störungen frühzeitig zu erkennen.

Was passiert, wenn die Schilddrüsenfunktion gestört ist?

Unterfunktion der Schilddrüse: Hypothyreose

Wenn die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert, spricht man von einer Hypothyreose. Typische Symptome sind anhaltende Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und auch depressive Verstimmungen. Zudem kann eine Unterfunktion den Menstruationszyklus stören, was zu unregelmäßigen Blutungen und Schwierigkeiten beim Schwangerwerden führen kann. Besonders für Paare mit Kinderwunsch ist es daher wichtig, die Schilddrüsenfunktion im Blick zu behalten.

Überfunktion der Schilddrüse: Hyperthyreose

Eine Überfunktion, die als Hyperthyreose bezeichnet wird, äußert sich dagegen oft in innerer Unruhe, ungewolltem Gewichtsverlust, Herzrasen und starker Nervosität. Störungen der Schilddrüsenfunktion können also sehr unterschiedliche Beschwerden verursachen – und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Was ist die Broda-Barnes-Temperaturmessmethode?

Die von Dr. Broda Barnes entwickelte Methode basiert auf der Messung der Basaltemperatur. Diese wird direkt durch die Schilddrüsenhormone beeinflusst.

Liegt die Basaltemperatur zwischen 36,4 °C und 36,9 °C, spricht das für eine normale Schilddrüsenfunktion. Ein durchschnittlicher Wert unter 36 °C kann hingegen auf eine mögliche Hypothyreose (Unterfunktion) hinweisen. Das ist besonders für Paare mit Kinderwunsch relevant, da Störungen der Schilddrüse häufig eine Ursache für Fruchtbarkeitsprobleme sind.

Da sich Schilddrüsenerkrankungen meist schleichend entwickeln und die Symptome anfangs unspezifisch oder sehr mild sind, wird ein Zusammenhang oft nicht sofort erkannt. Die regelmäßige Messung der Basaltemperatur bietet daher eine einfache Möglichkeit, mögliche Funktionsstörungen frühzeitig zu bemerken.

Wie kann man die Methode nutzen?

Erhöhter Durchschnittswert

Eine relativ hohe Durchschnittstemperatur (häufige Werte über 36,9 °C) kann auf eine mögliche Hyperthyreose (Überfunktion) hinweisen, wie auch in der Beispielkurve dargestellt.

Weitere mögliche Anzeichen einer Überfunktion sind: - verlängerte Menstruationszyklen - schwache Blutungen - innere Unruhe und Nervosität - vermehrtes, starkes Schwitzen

Trotz des erhöhten Durchschnittswertes zeigt die Basaltemperaturkurve jedoch weiterhin den typischen Verlauf mit einem Anstieg nach dem Eisprung und einem deutlichen Temperaturplus in der Lutealphase.

Wichtig: Eine Hyperthyreose kann nur durch eine ärztliche Untersuchung sicher festgestellt werden.

Niedriger Durchschnittswert

Eine relativ niedrige Durchschnittstemperatur (häufige Werte unter 36 °C) kann auf eine mögliche Hypothyreose (Unterfunktion) hindeuten. Wenn du den Zyklustracker Daysy nutzt weist dich die DaysyDay-App automatisch darauf hin wenn die Aufwachtemperatur unter 35 °C liegt, diese Werte werden vom Algorithmus ausgeschlossen.

Weitere mögliche Anzeichen einer Unterfunktion sind: - Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe) - anhaltend starke Blutungen - unregelmäßige Zyklen - Zyklen ohne Eisprung (kein Temperaturanstieg) - verkürzte Lutealphase - starke Temperaturschwankungen

Auch hier zeigt die Basaltemperaturkurve trotz niedriger Durchschnittswerte den charakteristischen Anstieg nach dem Eisprung und die deutliche Erhöhung in der Lutealphase.

Wichtig: Eine Hypothyreose kann ebenfalls nur von einer Ärztin oder einem Arzt zuverlässig diagnostiziert werden.

FAQ

Warum sollte ich überhaupt meine Basaltemperatur messen?

Weil es eine einfache und nicht-invasive Methode ist, um Einblicke in den Stoffwechsel, die Zyklusgesundheit und die Fruchtbarkeit zu erhalten. Auffällig niedrige oder hohe Werte können frühzeitig ein Hinweis sein, medizinischen Rat einzuholen.

Was ist wenn meine Temperatur oft vom Normalbereichs abweicht?

Keine Sorge, gelegentliche Schwankungen sind völlig normal. Wenn die Werte jedoch dauerhaft zu niedrig oder zu hoch sind, kann das auf eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse hindeuten. In diesem Fall sollten weitere Untersuchungen durch eine Ärztin oder einen Arzt erfolgen.

Welche Rolle spielt die Schilddrüse für die Fruchtbarkeit?

Eine gestörte Schilddrüsenfunktion kann den Eisprung und den Menstruationszyklus beeinträchtigen. Wer die Basaltemperatur regelmäßig beobachtet, erhält wertvolle Hinweise, die mögliche Ursachen für Schwierigkeiten beim Schwangerwerden erklären und eine frühere medizinische Abklärung unterstützen können.

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