06.06.2025 16:39

Dein Zyklus deine Hormone und alles was du wissen musst

Zyklus verstehen und deinen Alltag besser gestalten

Unser Hormonhaushalt verändert sich im Laufe des Zyklus fast täglich – und mit ihm auch unser Energielevel, unsere Stimmung, unser Appetit und sogar unsere sportliche Leistungsfähigkeit. Wer den eigenen Zyklus kennt und versteht, kann Ernährung, Bewegung und Alltag besser darauf abstimmen und so mehr Balance im Monatsverlauf erleben.

1. Menstruation

Ernährung:

Viele Frauen verlieren während der Menstruation ein wenig an Gewicht, was auf einen erhöhten Stoffwechsel und einer erhöhten Wasser- und Flüssigkeitsausscheidung zurückzuführen ist. Dies hängt vor allem mit dem Abfall des Östrogen- und Progesteronspiegels aufgrund einer nicht eingetretenen Schwangerschaft zusammen.

Stimmung:

Der Abfall des Hormonspiegels kann dafür sorgen, dass Du Dich eher entspannt und relaxt fühlst.

Fitness:

Auch wenn die eine oder andere sich bevorzugt von sportlicher Betätigung während der Periode zurückzieht, kann Sport sogar förderlich sein. Durch die körperliche Bewegung können sich Muskelkrämpfe genauso wie Schmerzen reduzieren. Der Östrogenspiegel ist zur jetzigen Zeit zwar am niedrigsten, fängt aber wieder langsam an anzusteigen. Vielleicht stellst du sogar fest, dass du dadurch mehr Energie hast, um aktiver zu sein als in den vergangenen Wochen.

2. Pre-Ovulatorische Phase

Ernährung:

Wissenschaftler fanden heraus, dass das Hormon Östrogen wie ein Appetitzügler wirke. Dieses Hormon wird vor allem in der ersten Zyklushälfte gebildet und erreicht mit dem Eisprung seine maximale Konzentration. Durch den gesteigerten Stoffwechsel werden in dieser Zeit auch kohlenhydratreiche Lebensmittel leichter verbrannt.

Stimmung:

Gegen Ende deiner Periode steigt dein Östrogenspiegel kontinuierlich an, was wahrscheinlich deine Stimmung, Energie, verbale Kommunikation und die Fähigkeit, neue Dinge zu lernen, verbessert. Das wichtigste männliche Sexualhormon, das Testosteron, spielt in dieser Phase auch für uns Frauen und unsere Stimmungslage eine erhebliche Rolle. Dieses Hormon ist wesentlich für unser Lustempfinden verantwortlich und findet seinen Höhepunkt rund um den Eisprung.

Fitness:

Laut einer aktuellen Studie ist das Workout in der ersten Zyklushälfte deutlich wirkungsvoller als in der zweiten Hälfte. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten fest, dass in der Follikelphase die Maximalkraft und Muskeldicke deutlich besser zunahmen als in der Lutealphase (Zeit nach dem Eisprung).

3. Ovulation

Ernährung:

Zum Zeitpunkt des Eisprungs und danach produziert der Körper verstärkt das Gelbkörperhormon Progesteron. Zugleich steigt der Blutzuckerspiegel an, damit bei einer eventuell eintretenden Schwangerschaft das Kind gut mit Zucker versorgt ist. In der follikulären Phase, wenn das Östrogen am höchsten ist, wirst du weniger Appetit verspüren. In der Lutealphase nimmt der Energielevel ab, dafür steigt dein Appetit. Gelüste nach ganz bestimmten Lebensmitteln sind typische Anzeichen für die kommende sogenannte prämenstruelle Zeit.

Stimmung:

Vielleicht fühlst du dich kurz nach dem Eisprung etwas träger und müder. Dies ist auf den Rückgang des Östrogenspiegels und den Anstieg des Progesterons nach dem Eisprung zurückzuführen.

Fitness:

Eine Möglichkeit, deine Energie und Stimmung während der prämenstruellen Zeit zu steigern, sind körperliche Aktivitäten. Nimm dir die Zeit für Bewegung, vielleicht morgens bevor dein Energieniveau im Laufe des Tages weiter abnimmt.

4. Post-Ovulatorische Phase

Ernährung:

Das Hormon Progesteron sorgt dafür, dass dein Appetit in der Lutealphase deutlich zunimmt. Das ist völlig normal, denn auch dein Stoffwechsel steigt sogar nochmal um 5-10% an. Es wird empfohlen, eine ausgewogene Mahlzeit zu essen, um den in dieser Phase häufiger auftretenden niedrigen Blutzucker zu vermeiden. Es hat sich ebenfalls gezeigt, dass die Aufnahme von mehr Protein während der Lutealphase vorteilhaft ist, da Progesteron katabolische (muskelabbauende) Wirkungen im Körper hat.

Stimmung:

Für die möglichen Stimmungsschwankungen und Niedergeschlagenheit vor der Menstruation ist Progesteron verantwortlich. Progesteron wird auch als körpereigenes Valium bezeichnet und wirkt, wenn es verstoffwechselt wird, beruhigend auf den Organismus. Nutze diese Phase, um ein bisschen runter zu fahren.

Fitness:

Der in dieser Phase häufig auftretende niedrige Blutzuckerspiegel, sorgt dafür, dass die Muskeln schneller ermüden und die Koordinationsfähigkeit abnimmt. Ein leichtes Training mit einfachen Bewegungsabläufen, kombiniert mit Krafttraining an Geräten, sorgt für mehr Power.

FAQs zum Thema

Wann ist der beste Zeitpunkt für Sport im Zyklus?

In der ersten Zyklushälfte (bis zum Eisprung) hast du oft mehr Energie, baust leichter Muskeln auf und regenerierst schneller. In der zweiten Hälfte lohnt sich sanfteres Training.

Ist es normal, vor der Periode mehr Lust auf Süßes zu haben?

Ja, absolut. Der Körper braucht in der Lutealphase mehr Energie. Heißhunger auf Kohlenhydrate oder Schokolade ist hormonell bedingt, aber durch ausgewogene Mahlzeiten mit Proteinen kannst du gegensteuern.

Was bringt mir Zyklustracking im Alltag wirklich?

Du verstehst dich selbst besser. Du erkennst, wann du leistungsfähig bist, wann du Pausen brauchst, wann dein Körper was verlangt – und kannst deine Routinen entsprechend anpassen.

Meet the family

Zyklus verstehen. Den Alltag nach deinem Empfinden gestalten.

Erfahre mehr zum Thema

Der weibliche Zyklus wird durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Hormone gesteuert und schon kleine Veränderungen können viel bewirken.

Die Schilddrüse ist ein zentraler Regler unseres Stoffwechsels. Ihr Einfluss auf den weiblichen Zyklus und die Fruchtbarkeit wird oft unterschätzt.

Entdecke, welche Faktoren deinen Menstruationszyklus aus dem Gleichgewicht bringen können.

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