24.06.2022 10:34

Periodenblut und was Farbe, Konsistenz und Menge über deine Gesundheit verraten

Dr. Niels van de Roemer
Dr. Niels van de Roemer Medical Adviser
Das verrät die Periode über deine Gesundheit

Was ist Periodenblut überhaupt?

Das Periodenblut ist weit mehr als nur ein „Begleiteffekt“ der Menstruation – es liefert konkrete Hinweise auf deine hormonelle Balance, deinen Ernährungsstatus und mögliche gesundheitliche Probleme. Das sogenannte Menstruationsblut ist eine Mischung aus Blut, Gebärmutterschleimhaut, Vaginalsekret und Zervixschleim. Es entsteht, wenn sich die Gebärmutterschleimhaut nach einem nicht erfolgten Eisprung wieder abbaut. Der Körper stößt sie dann gemeinsam mit unbefruchteten Eizellen über die Vagina aus.

In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du die Farbe, Konsistenz und Menge des Menstruationsbluts richtig interpretierst und was dabei normal oder auffällig ist.

Blutmenge

Wie viel Blut verliert man bei der Periode?

Frauen verlieren im Durchschnitt zwischen 30 und 70ml Blut pro Periode. Manche Frauen müssen während ihrer Periode alle paar Stunden Tampon, Binde und Co. wechseln, bei anderen wiederum ist die Menstruation nur schwach und schon nach ein paar Tagen wieder vorbei. Die Stärke der Monatsblutung ist ganz individuell, kann aber auch Rückschlüsse auf hormonelle Veränderungen, auf Nährstoffmängel oder Krankheiten geben. Mit einer Menstruationstasse kannst du ganz einfach ermitteln, wie viel Blut du während der Periode verlierst.

Normale Blutung

  • 40–50 ml (Drei bis vier Esslöffel Blut) in 4–6 Tagen
  • Entspricht ca. 3–4 mittelgroßen Tampons pro Tag
Hypermenorrhö

Starke Periode

  • Mehr als 80 ml in 4-6 Tagen
  • Ursachen: Myome, Polypen, Hormonstörungen, Endometriose
  • Kann zu Eisenmangel und Erschöpfung - Arzt aufsuchen
  • Besonders junge Mädchen oder Frauen kurz vor der Menopause haben häufig eine starke Menstruation.

Einige Frauen leider unter sogenannter Hypermenorrhö. Das bedeutet, dass ihre Regelblutung sehr stark ausgeprägt ist. Auf die Frage: Wie viel Blut verliert man bei der Periode? muss hier die Antwort leider lauten: Zu viel! Der Blutverlust kann nämlich zu Eisenmangel und genereller Blutarmut, also Anämie, führen. Die Betroffenen fühlen sich schwach und matt, sind sehr blass und haben oft kalte Hände und Füße. Wenn du den Verdacht hast, dass deine Periode zu stark sein könnte und du vielleicht sogar Beschwerden hast, die auf einen zu hohen Blutverlust hinweisen könnten, dann nichts wie ab zum Frauenarzt deines Vertrauens.

Hypomenorrhö

Schwache Periode

  • Unter 25 ml in 1-3 Tagen
  • Häufig bei: Untergewicht, Sportlerinnen, hormoneller Verhütung
  • Möglicher Hinweis auf Hormonmangel oder Schilddrüsenprobleme
Farbe des Periodenbluts

Was bedeutet Hellrot, Dunkelrot oder Braun?

Wie viel Blut man bei der Periode verliert, ist nicht das einzige Kriterium, auf das du achten solltest. Auch die Periode Farbe spielt eine Rolle. Die Farbe des Periodenbluts kann wichtige Hinweise auf deine Gesundheit geben. Die wichtigsten Farbabstufungen im Überblick:

Hellrotes Periodenblut

  • Hinweis auf niedrige Östrogenwerte
  • Häufig bei Diäten oder starkem Gewichtsverlust
  • Kann auch bei Schwangerschaft auftreten (Einnistungsblutung)

Kräftig rotes Menstruationsblut

  • Zeichen eines gesunden Zyklus
  • Gute Durchblutung der Gebärmutter
  • Keine gesundheitlichen Auffälligkeiten

Dunkelrotes Periodenblut

  • Hinweis auf hohen Östrogenpiegel
  • Die Gebärmutter baut eine extra dicke Schicht Schleimhaut auf, die dann die Menstruationsflüssigkeit dunkler aussehen lässt
  • Klumpen können vorkommen

Braunes Menstruationsblut

  • Zu Beginn oft oxidiertes Restblut vom Vormonat
  • Am Ende meist langsamer Austritt von frischem Restblut
  • Bei häufiger oder länger anhaltender Verfärbung: ärztlich abklären lassen

Orangefarbenes oder graues Periodenblut

  • Achtung: Möglicher Hinweis auf Infektionen oder Entzündungen
  • Möglicherweise begleitet von unangenehmem Geruch, Juckreiz oder Schmerzen
  • Gynäkologische Abklärung empfohlen
Konsistenz des Menstruationsbluts

Was ist normal

Flüssige, wässrige Blutung

  • Meist rosa bis hellrote Farbe
  • Weist auf niedrigen Östrogenspiegel hin
  • Besonders häufig am ersten Tag der Periode
  • Blut ist dünnflüssig und fließt schnell
  • Kann ein Frühzeichen der Perimenopause sein

Dickflüssige bis klumpige Blutung

  • Kleine Blutklumpen sind normal
  • Klümpchen = Gebärmutterschleimhaut-Reste
  • Entstehen bei wenig Bewegung oder langem Sitzen
  • Große Gerinnsel bei starker Regelblutung möglich
  • Bei häufigem Auftreten: Abklärung auf Myome sinnvoll

Glatte, schleimige Blutung

  • Blut wirkt schleimig oder glitschig
  • Mögliche Vermischung mit Zervixschleim
  • Erinnert an Schmierblutung, ist aber harmlos
  • Keine Beschwerden = kein Grund zur Sorge

Unregelmäßigkeiten im Zyklus erkennen

Ein regelmäßiger Menstruationszyklus dauert zwischen 25 und 35 Tagen. Abweichungen können auf körperliche oder seelische Belastungen hindeuten:

  • Kurze Zyklen (<21 Tage): evtl. Progesteronmangel
  • Lange Zyklen (>35 Tage): möglicher Eisprungausfall, PCOS
  • Zwischenblutungen: Hinweis auf Hormonstörungen oder Stress

Wann solltest du zum Arzt oder zur Ärztin gehen?

Wenn du eines oder mehrere der folgenden Symptome bemerkst, solltest du deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt aufsuchen:

  • Blutung länger als 7 Tage
  • Sehr starke oder sehr schwache Blutung ohne Erklärung
  • Große Blutklumpen (>2 Euro)
  • Schmierblutungen zwischen den Perioden
  • Periodenfarbe orange oder grau
  • Zyklusaussetzer über mehrere Monate
Periode & GESUNDHEIT

Periodenbeobachtung – Ein Schlüssel zu deiner Gesundheit

Die gezielte Beobachtung der Menstruation ist ein wirkungsvoller Weg, um den eigenen Körper besser zu verstehen und gesundheitliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Besonders Zykluscomputer bieten eine präzise Möglichkeit, hormonelle Schwankungen und Eisprünge zuverlässig zu erfassen.

Ergänzend dazu können ein klassisches Menstruationstagebuch oder die Verwendung einer Menstruationstasse zur Bestimmung der Blutmenge wertvolle Einblicke geben. Farbe, Menge, Konsistenz und Regelmäßigkeit des Periodenbluts liefern wichtige Hinweise auf dein hormonelles Gleichgewicht.

Wer seine Periode achtsam beobachtet, handelt verantwortungsvoll – informiert, selbstbestimmt und im Einklang mit dem eigenen Körper.

FAQ
Was verrät die Farbe meines Periodenbluts?
  • Hellrot: Niedriger Östrogenspiegel
  • Kräftig rot: Gesunder Zyklus
  • Dunkelrot: Hoher Östrogenspiegel, evtl. Klümpchen
  • Braun: Altes Blut, meist harmlos
  • Orange/Grau: Mögliche Infektion – Arztbesuch empfohlen
Wie viel Blut ist normal?
  • 30–70 ml pro Zyklus = normal
  • <25 ml: Zu schwach – evtl. Hormonmangel
  • 80 ml: Zu stark – mögliche Erkrankung

  • Große Klumpen: Gynäkologisch abklären
Was bedeutet die Konsistenz des Bluts?
  • Wässrig: Niedriges Östrogen
  • Klumpig: Normal, bei großen Klümpchen ärztlich klären
  • Schleimig: Unbedenklich, meist Zervixschleim
Warum gerinnt Menstruationsblut nicht wie anderes Blut?

Menstruationsblut enthält keine oder nur sehr geringe Mengen an Gerinnungsfaktoren, da der Körper aktiv dafür sorgt, dass es flüssig bleibt. Wäre es dickflüssig oder würde es gerinnen, könnte es die Vagina verstopfen und Schmerzen verursachen.

Ein ausgeklügelter Mechanismus hält das Blut gleitfähig, sodass es möglichst reibungslos ausgeschieden werden kann.

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