12.05.2023 13:13

Schmierblutung vs. Menstruation? Wie erkennst du den Unterschied?

Dr. Niels van de Roemer
Dr. Niels van de Roemer Medical Adviser

Was ist eine Schmierblutung?

Wenn du außerhalb deiner regulären Menstruation eine leichte, meist bräunliche oder rötliche Zwischenblutung entdeckst, ist das eine sogenannte Schmierblutung. Eine Schmierblutung ist meist vollkommen harmlos und nach ein bis zwei Tagen wieder vorbei.

Damit du trotzdem weißt, auf welche Zeichen du achten solltest und wann du eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen solltest, ist es sehr hilfreich alle Details zu kennen um sie von der Menstruation unterscheiden zu können.

Welche Merkmale unterscheiden die Schmierblutung von der Menstruation?

Viele Frauen erleben im Laufe ihres Lebens verschiedene Arten von Blutungen – doch nicht jede vaginale Blutung ist automatisch eine Menstruation. Besonders Schmierblutungen sorgen oft für Verwirrung, weil sie zeitlich nah an der Periode liegen oder ihr in Farbe und Konsistenz ähneln können. Dabei ist es essenziell, zwischen diesen beiden Blutungsarten zu unterscheiden, insbesondere wenn du deinen Zyklus beobachtest. Hier sind die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale, damit du zuverlässig erkennen kannst, mit welcher Blutung du es zu tun hast:

Zeitpunkt: Wann tritt die Blutung auf?

Menstruation: Findet in regelmäßigen Zyklen statt – etwa alle 24 bis 38 Tage.

Schmierblutung: Tritt außerhalb der Menstruation auf, z. B.:

  • Vor oder nach der Regel
  • Rund um den Eisprung
  • Bei hormonellen Veränderungen
  • In der Frühschwangerschaft
  • Unter Einfluss von Stress oder Medikamenten

Dauer: Wie lange blutest du?

  • Menstruation: Dauert in der Regel 3 bis 7 Tage mit anhaltendem Blutfluss.
  • Schmierblutung: Ist meist kurz und unregelmäßig, dauert oft nur 1–2 Tage, manchmal sogar nur einige Stunden.

Blutmenge: Wie viel Blut verlierst du?

  • Menstruation: Du verlierst in dieser Zeit durchschnittlich 30 bis 80 Milliliter Blut, oft begleitet von Geweberesten der Gebärmutterschleimhaut.
  • Schmierblutung: Es handelt sich um minimalen Ausfluss, oft nur ein paar Tropfen, die meist keine Binde oder Tampon benötigen – eine Slipeinlage reicht aus.

Blutfarbe: Welche Farbe hat das Blut?

  • Menstruation: Typischerweise dunkelrot bis bräunlich – je nach Zyklustag – mit klumpiger oder dickflüssiger Textur.
  • Schmierblutung: Meist hellrot, rosa oder bräunlich verfärbt; wirkt oft „verwässert“ oder „alt“.

Konsistenz: Wie sieht die Blutung aus?

  • Menstruation: Häufig dicker, mit Koageln (Blutgerinnseln) oder kleinen Geweberesten.
  • Schmierblutung: Eher schleimig, dünnflüssig, ohne erkennbare Klumpen.

Begleitsymptome: Spürst du Veränderungen im Körper?

Menstruation: Häufig begleitet von:

  • Unterleibsschmerzen
  • Stimmungsschwankungen
  • Brustspannen
  • Müdigkeit

Schmierblutung - Symptomlos oder mit sehr milden Beschwerden. Nur bei Ovulationsblutungen können leichte ziehende Schmerzen auftreten.

Ursachen

Häufige Ursachen für Schmierblutungen

Ovulationsblutung

Wie der Name schon sagt, ist die Ovulationsblutung eine Blutung, die um den Eisprung herum auftritt. Diese Blutungen können durch das schnelle Absinken des Östrogenspiegels nach dem Eisprung hervorgerufen werden und können zusammen mit einem leicht ziehenden Schmerz auftreten. Grundsätzlich ist dies erst einmal kein Grund zur Sorge.

Kommt dies jedoch häufiger oder sogar regelmäßig vor, solltest Du einen Arzt konsultieren, um chronische Ursachen ausschließen zu können.

Die Ovulationsblutung ist, aufgrund des Zeitpunktes, relativ gut von der echten Menstruation zu unterscheiden. Das Blut ist eher bräunlich und von schleimiger Konsistenz.

Einnistungsblutung

Die Einnistungsblutung findet ca 4-6 Tage nach der Befruchtung statt und kann eines der ersten Zeichen für eine Schwangerschaft sein. Wie der Name bereits vermuten lässt, geht die Blutung mit der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einher. Es kann bei diesem Prozess zu leichten Verletzungen der in der Gebärmutter befindlichen Blutgefässen kommen, was eine Blutung auslösen kann. Die Stärke dieser Blutung kann sehr unterschiedlich sein. Einige Frauen bluten gar nicht, während andere etwas stärker bluten, was wiederum zu Verwirrung führen kann, ob es sich eventuell um eine Menstruationsblutung handeln könnte. Es gilt 2 Hauptfaktoren zu beachten:

  • Der Zeitpunkt
  • Die Konsistenz

Wie auch die Ovulationsblutung, ist die Einnistungsblutung normalerweise viel leichter als die Menstruationsblutung. Jedoch ist die Einnistungsblutung eher rötlicher und verursacht keine Schmerzen. Es kann zu einem leichten Temperaturanstieg kommen.

Hormonelle Schwankungen

Stress, Schlafmangel, intensive körperliche Belastung oder hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille können den Hormonhaushalt beeinflussen. Das kann vor allem vor oder nach der Periode zu Schmierblutungen führen. Auch der Wechsel von Verhütungsmethoden ist ein häufiger Auslöser.

Durchbruchblutungen in der Pubertät

Junge Mädchen erleben in der Pubertät häufig unregelmäßige Zyklen ohne Eisprung. Dabei kann es zu sogenannten Durchbruchblutungen kommen, die ähnlich wie Schmierblutungen aussehen, aber hormonell bedingt sind.

In der Perimenopause

In der Perimenopause verändert sich die Östrogenproduktion, was zu unregelmäßigen Blutungen führen kann. Viele Frauen erleben in dieser Phase vermehrt Schmierblutungen – insbesondere vor der eigentlichen Menstruation.

Schmierblutung vor der Periode

Eine der häufigsten Formen ist die prämenstruelle Schmierblutung. Diese beginnt meist 1–2 Tage vor der eigentlichen Periode und ist durch den langsamen Abfall von Progesteron bedingt. Sie kann ein Hinweis auf einen niedrigen Hormonspiegel oder eine Gelbkörperschwäche sein.

Schmierblutung während des Eisprungs

In der Zyklusmitte, etwa 12–16 Tage vor der nächsten Regel, kann durch den hormonellen Umschwung beim Eisprung eine kurze Schmierblutung auftreten. Sie ist ein natürlicher Begleiter des Eisprungs und kann bei Kinderwunsch als Orientierung dienen.

Menstruation vs Ovulationsblutung vs Einnistungsblutung

Hier ist eine Tabelle, die Dir helfen kann, die unterschiedlichen Blutungen zu identifizieren:

Tracke deinen Zyklus und erkenne deine Menstruation mit Leichtigkeit.

Zyklustracking hilft dir, deinen individuellen Rhythmus besser zu verstehen und genau deshalb können digitale Zykluscomputer auch bei Schmierblutungen wertvolle Hinweise liefern.

Wenn du weißt, wann dein Eisprung stattfindet oder wann du normalerweise deine Periode bekommst, fällt es dir leichter, unerwartete Blutungen richtig einzuordnen. So erkennst du schneller, ob eine Schmierblutung zum Beispiel mit dem Eisprung zusammenhängt oder ob sie ungewöhnlich ist und vielleicht ein Grund, medizinischen Rat einzuholen.

FAQ zur Schmierblutung

Kann eine Schmierblutung ein Schwangerschaftsanzeichen sein?

Ja, die sogenannte Einnistungsblutung kann einige Tage nach der Befruchtung auftreten und ist bei manchen Frauen ein erstes Anzeichen für eine Schwangerschaft.

Muss ich bei einer Schmierblutung zur Ärztin oder zum Arzt?

Nicht unbedingt. Tritt sie nur gelegentlich auf, ist sie meist harmlos. Häufige oder sehr starke Schmierblutungen sollten aber ärztlich abgeklärt werden.

Kann ich während einer Schmierblutung schwanger werden?

Ja, insbesondere wenn sie um den Eisprung herum auftritt. Dann bist du in einer fruchtbaren Phase deines Zyklus.

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