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13.05.2026 17:39

Das Polyzystische Ovar Syndrom PCOS Ursachen Symptome Behandlung

Dr. Niels van de Roemer
Dr. Niels van de Roemer Medical Adviser

Mai 2026: PCOS wurde offiziell in PMOS (Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom) umbenannt. Die Erkrankung, die Diagnosekriterien und die Behandlungsoptionen bleiben unverändert.

PCOS

Was ist das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS)?

Das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS) ist eine weit verbreitete hormonelle und metabolische Erkrankung, die 1 von 8 Frauen weltweit betrifft, mehr als 170 Millionen Menschen. Es handelt sich um eine komplexe Erkrankung, die nicht nur die Fruchtbarkeit, sondern auch das Hautbild, das Körpergewicht, den Hormonhaushalt und das psychische Wohlbefinden massiv beeinflussen kann. PCOS wird oft erst spät erkannt, da die Symptome sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können.

Seit Mai 2026 trägt PCOS offiziell den Namen Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS), beschlossen durch einen globalen wissenschaftlichen Konsens, veröffentlicht im Fachblatt The Lancet. Der neue Name spiegelt die hormonelle und metabolische Natur der Erkrankung besser wider. Auf dieser Seite verwenden wir beide Bezeichnungen, damit du die Informationen findest, die du benötigst, unabhängig davon, welchen Begriff deine Ärztin oder dein Arzt verwendet.

Typische Symptome des PCOS

Die Symptome von PCOS variieren stark und können sich schleichend entwickeln.

Zu den häufigsten Beschwerden gehören:

  • Unregelmäßige Menstruationszyklen oder das vollständige Ausbleiben der Periode (35 Tage und länger)
  • Unerfüllter Kinderwunsch aufgrund ausbleibender oder seltener Eisprünge
  • Akne und Hautunreinheiten, besonders im Kinn- und Wangenbereich
  • Vermehrte Körperbehaarung (Hirsutismus), z.B. am Kinn, Oberlippe, Brust oder Rücken
  • Haarausfall oder Bildung von Geheimratsecken
  • Dunkle Hautverfärbungen (Acanthosis nigricans), insbesondere an Hals, Achseln oder Leisten
  • Vermehrte männliche Hormone (Androgene), die zu einer Vermännlichung (Virilisierung) führen können
  • Depressive Verstimmungen, Angstzustände und ein geringes Selbstwertgefühl, jetzt offiziell als Kernmerkmale der Erkrankung anerkannt
  • Gewichtszunahme, insbesondere im Bauchbereich
  • Schlafstörungen und Erschöpfung

Diese Symptome können einzeln oder in Kombination auftreten. PCOS ist eine Ausschlussdiagnose: Bevor die Diagnose gestellt wird, müssen andere Erkrankungen, insbesondere Schilddrüsen- und Nebennierenstörungen, ausgeschlossen werden.

Wie wird PCOS festgestellt?

Für die Diagnose von PCOS greifen Ärztinnen und Ärzte auf die sogenannten Rotterdam-Kriterien zurück. Die meisten Frauen erhalten die Diagnose Polyzystisches Ovar-Syndrom im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.

Mindestens zwei der folgenden drei Merkmale müssen erfüllt sein:

  • Seltene oder fehlende Eisprünge (Oligo- oder Anovulation)
  • Virilisierung (Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale, z.B. Veränderung der Stimme)
  • Polyzystische Ovarien im Ultraschall (mindestens 12 Follikel pro Eierstock oder ein vergrößerter Eierstock)

Ein umfassendes Blutbild dient zur Bestimmung von Hormonwerten wie LH, FSH, Testosteron, SHBG, DHEA-S und Insulin. Zusätzlich werden Blutzucker- und Cholesterinwerte gemessen, da PCOS oft mit Insulinresistenz und einem gestörten Lipidstoffwechsel einhergeht.

Wichtiger Hinweis zum Ultraschallkriterium: Forschungen haben bestätigt, dass es keinen Anstieg abnormer Ovarialzysten bei der Erkrankung gibt. Die im Ultraschall sichtbaren Strukturen sind arretierte Follikel, keine pathologischen Zysten. Viele Betroffene haben überhaupt keine Zysten. Unter dem aktualisierten Rahmen von 2026 kann erhöhtes AMH das Ultraschallkriterium in vielen Fällen bei Erwachsenen offiziell ersetzen.

Ergänzend ermittelt die Ärztin oder der Arzt die Konzentration der Androgene im Blut. Ein Übermaß an Androgenen lässt das Erscheinungsbild männlicher werden und Eisprünge bleiben immer wieder oder sogar ganz aus.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen von PCOS sind noch nicht vollständig erforscht. Eine Kombination aus genetischer Veranlagung, hormonellen Dysbalancen und Lebensstilfaktoren scheint ausschlaggebend zu sein.

Folgende Aspekte gelten als Risikofaktoren:

  • Familiäre Häufung von PCOS, Typ-2-Diabetes oder Stoffwechselstörungen
  • Ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel
  • Chronischer Stress und Schlafmangel
  • Umweltfaktoren, die das hormonelle Gleichgewicht stören

Bei den meisten Betroffenen liegt eine Insulinresistenz vor: Der Körper produziert zu viel Insulin, was die Androgenproduktion ankurbelt und den Eisprung stört. Deshalb ist PCOS nicht nur mit unregelmäßigen Zyklen verbunden, sondern auch mit erhöhtem Diabetesrisiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und metabolischer Gesundheit. Langfristig kann dies zu Typ-2-Diabetes führen.

Therapieansätze bei PCOS

Ganzheitlich und individuell

Die Behandlung von PCOS ist abhängig von den jeweiligen Symptomen und Lebensumständen der Betroffenen. Ziel der Therapie ist es, den Hormonhaushalt zu regulieren, Eisprünge wiederherzustellen, Stoffwechselwerte zu verbessern und das Wohlbefinden zu steigern.

Lebensstiländerung als Basistherapie

Ein gesunder Lebensstil ist der wichtigste Ansatz in der PCOS-Therapie. Schon eine moderate Gewichtsreduktion von 5–10 % kann die Symptome deutlich verbessern. Die Empfehlungen umfassen:

  • Ausgewogene Ernährung: ballaststoffreich, wenig Zucker, hochwertige Fette und pflanzliche Proteine
  • Bewegung: mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche
  • Stressmanagement durch Yoga, Achtsamkeit oder Meditation

Medikamentöse Behandlung

Je nach Beschwerden kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz:

  • Metformin zur Behandlung der Insulinresistenz, oft auch bei Kinderwunsch
  • Clomifen zur Auslösung von Eisprüngen bei unerfülltem Kinderwunsch
  • Antiandrogene oder kombinierte hormonelle Kontrazeptiva zur Behandlung von Hirsutismus, Akne und Zyklusstörungen
  • Spironolacton bei starkem Hirsutismus (nur unter ärztlicher Aufsicht)

Unterstützung durch Zykluscomputer

Frauen mit PCOS, die dennoch Eisprünge haben, können ihren Zyklus mithilfe von Zykluscomputern wie Daysy überwachen. Daysy kann dich unterstützen, wenn deine Zyklen im Bereich von 19 bis 40 Tagen liegen, einschließlich gelegentlicher Zyklen, die diesen Bereich überschreiten. Wenn dein Zyklus regelmäßig außerhalb dieses Bereichs liegt, ist Daysy nicht empfohlen.

Durch die tägliche Messung der Basaltemperatur wird sichtbar, ob ein Eisprung stattgefunden hat. In Zyklen ohne Eisprung zeigt Daysy mehr rote und gelbe Tage. Grün erscheint ausschließlich, nachdem der Eisprung bestätigt wurde. Das hilft nicht nur bei der Familienplanung, sondern auch dabei, den Erfolg von Ernährungsumstellungen oder medikamentösen Therapien zu beobachten.

Psychologische Begleitung

Viele Frauen mit PCOS leiden unter dem psychischen Druck durch unerfüllten Kinderwunsch, äußere Veränderungen oder chronische Beschwerden. Eine psychotherapeutische Begleitung oder Selbsthilfegruppen können sehr entlastend wirken.

Langfristige Folgen und Monitoring

Unbehandeltes PCOS kann langfristig das Risiko für folgende Erkrankungen erhöhen:

  • Typ-2-Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Schlafapnoe
  • Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhautkrebs)

Eine regelmäßige Kontrolle der Hormonwerte, des Gewichts, Blutdrucks, Blutzuckers und Cholesterins ist dringend angeraten.

PCOS und Kinderwunsch

Chancen auf eine Schwangerschaft

Auch wenn PCOS eine der häufigsten Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch ist, bedeutet das nicht, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist. Mit den richtigen Maßnahmen, Lebensstiländerung, Hormontherapie, Ovulationsinduktion oder assistierte Reproduktion, kann vielen Frauen geholfen werden. Frühe Diagnostik und eine individuelle Therapie erhöhen die Chancen erheblich.

PCOS ist in den meisten Fällen gut behandelbar

Das Polyzystische Ovar-Syndrom ist eine vielschichtige Erkrankung, die in den meisten Fällen gut behandelbar ist, vorausgesetzt, sie wird rechtzeitig erkannt. Eine Kombination aus gesunder Lebensweise, gezielter medikamentöser Therapie und regelmäßiger ärztlicher Kontrolle bildet die Grundlage einer erfolgreichen Behandlung. Frauen mit PCOS sollten sich nicht entmutigen lassen: Mit Wissen, Eigenverantwortung und medizinischer Unterstützung lässt sich ein guter Umgang mit der Erkrankung finden.

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FAQ

Kann ich trotz PCOS schwanger werden?

Ja, viele Frauen mit PCOS können schwanger werden – entweder auf natürlichem Weg oder mit medizinischer Unterstützung. Auch wenn die Eisprünge unregelmäßig oder ausbleibend sind, können durch Lebensstiländerungen, Hormonbehandlungen (z. B. Clomifen oder Letrozol) oder künstliche Befruchtung (IVF) erfolgreiche Schwangerschaften erreicht werden.

Was kann ich selbst gegen PCOS tun?

Ein gesunder Lebensstil ist entscheidend. Gewichtsreduktion, zuckerarme Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressabbau können viele Symptome wie Zyklusstörungen, Akne oder Insulinresistenz deutlich verbessern. Schon eine Gewichtsabnahme von 5–10 % kann spürbare Erfolge bringen.

Warum ist Zyklustracking bei PCOS besonders wichtig?

Das Zyklustracking ist für Frauen mit PCOS von großer Bedeutung, weil es hilft, den eigenen Hormonhaushalt besser zu verstehen und die teils unregelmäßigen oder ausbleibenden Eisprünge zu erkennen. Durch die gezielte Beobachtung des Menstruationszyklus – etwa über die Basaltemperatur, den Zervixschleim oder mittels digitaler Zykluscomputer wie Daysy – lassen sich Veränderungen im Körper frühzeitig wahrnehmen und dokumentieren.

Vorteile des Zyklustrackings bei PCOS:

  • Erkennung von Eisprüngen: Trotz PCOS können Eisprünge stattfinden – das Tracking hilft, sie zu identifizieren.
  • Zyklusmuster erkennen: Auch bei langen oder unregelmäßigen Zyklen lassen sich durch konsequentes Tracking individuelle Muster erkennen.
  • Optimierung der Kinderwunschbehandlung: Zyklusdaten sind eine wertvolle Grundlage für ärztliche Entscheidungen bei unerfülltem Kinderwunsch.
  • Wirkung von Lebensstilveränderungen beobachten: Verbesserungen durch Ernährung, Sport oder Medikamente werden durch das Tracking sichtbar.
  • Früherkennung von Problemen: Plötzliche Veränderungen im Zyklus können frühzeitig erkannt und ärztlich abgeklärt werden.

Besonders bei PCOS, wo der Körper oft nicht nach dem „klassischen“ 28-Tage-Zyklus funktioniert, liefert Zyklustracking wertvolle Informationen für die persönliche Gesundheit und unterstützt die Selbstbestimmung über den eigenen Körper.

Was ist der Unterschied zwischen PCOS und PMOS?

PMOS ist der neue offizielle Name für PCOS, eingeführt im Mai 2026 durch einen globalen wissenschaftlichen Konsens, veröffentlicht im Fachblatt The Lancet. Die Erkrankung, die Diagnosekriterien und die Behandlungsoptionen bleiben unverändert. Der neue Name spiegelt die hormonelle und metabolische Natur der Erkrankung besser wider.

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