Die Schilddrüse so wichtig für unsere Zyklusgesundheit
Die Schilddrüse ist ein zentrales Steuerorgan für den menschlichen Stoffwechsel. Ihre Bedeutung für den weiblichen Zyklus und die Fruchtbarkeit wird dabei oft unterschätzt. Eine fehlerhafte Schilddrüsenfunktion, insbesondere eine Schilddrüsenunterfunktion, kann erhebliche Auswirkungen auf die Hormonbalance und die Menstruation haben. In diesem Artikel erklären wir ausführlich, wie eng die Schilddrüsengesundheit mit dem weiblichen Zyklus verbunden ist und wie die Beobachtung der Basaltemperatur ein wertvoller Indikator sein kann.
Was ist die Schilddrüse und welche Funktionen erfüllt sie?
Die Schilddrüse ist eine schmetterlingsförmige Drüse, die sich an der Vorderseite des Halses befindet. Sie produziert die lebenswichtigen Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), welche den gesamten Stoffwechsel regulieren. Diese Hormone beeinflussen unter anderem:
- Energieproduktion und -verbrauch
- Körpertemperatur
- Herzfrequenz
- Zellregeneration
- Regulation des Menstruationszyklus
Eine gesunde Schilddrüse sorgt dafür, dass der Körper im Gleichgewicht bleibt. Kommt es jedoch zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance – mit weitreichenden Folgen.
Schilddrüse und der Zyklus der Frau
Die Hormone der Schilddrüse beeinflussen die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse – ein komplexes System, das auch für den weiblichen Zyklus und den Eisprung verantwortlich ist. Bereits leichte Abweichungen in der Schilddrüsenfunktion können zu Zyklusstörungen führen, insbesondere:
- Unregelmäßige Menstruationszyklen
- Anovulation (Zyklen ohne Eisprung)
- Kurze Lutealphase
- Amenorrhö (Ausbleiben der Periode)
- Starke oder schwache Blutungen
Gerade für Frauen mit Kinderwunsch ist die Schilddrüsengesundheit entscheidend. Studien zeigen, dass eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion die Fruchtbarkeit deutlich beeinträchtigen kann.
Schilddrüsenunterfunktion erkennen
Eine Hypothyreose entwickelt sich oft schleichend und wird daher häufig spät erkannt.
Überfunktion der Schilddrüse erkennen
Die Hyperthyreose äußert sich ganz gegensätzlich.
Die Basaltemperatur als Frühindikator für Schilddrüsenstörungen
Die tägliche Messung der Basaltemperatur – also der Temperatur direkt nach dem Aufwachen – bietet wertvolle Hinweise auf die Schilddrüsenfunktion. Liegt die Durchschnittstemperatur dauerhaft:
- unter 36°C: Verdacht auf Schilddrüsenunterfunktion
- über 36,9°C: Hinweis auf Schilddrüsenüberfunktion
- zwischen 36,4°C und 36,9°C: Normalbereich
Die sogenannte Broda-Barnes-Methode basiert auf dieser Temperaturmessung. Auch wenn moderne Bluttests heute Standard sind, kann die kontinuierliche Temperaturbeobachtung frühzeitig Störungen offenbaren – insbesondere bei subtilen Symptomen.
Zyklustracking und die smarte Auswertung der Basaltemperatur
Mit Geräten wie Daysy, Lady-Comp und Teena lassen sich Zyklusdaten und Basaltemperatur einfach aufzeichnen und analysieren. Die App erkennt Temperaturmuster und kann somit frühzeitig auf mögliche Schilddrüsenprobleme hinweisen.
Schilddrüse und Kinderwunsch
Eine unentdeckte Schilddrüsenunterfunktion kann den Kinderwunsch erheblich erschweren. Der Zyklus wird unregelmäßig, der Eisprung bleibt aus, und die Gebärmutterschleimhaut kann sich nicht richtig aufbauen. Zudem erhöht eine Hypothyreose das Risiko für:
- Fehlgeburten
- Frühgeburten
- Schwangerschaftsdiabetes
Daher ist es für Frauen mit Kinderwunsch besonders wichtig, die Schilddrüse regelmäßig untersuchen zu lassen und bei Bedarf eine hormonelle Therapie zu beginnen. Bereits eine milde Gabe von Thyroxin (T4) kann die Fruchtbarkeit steigern und die Schwangerschaft unterstützen.
Therapie der Schilddrüsenunterfunktion: Was hilft?
Die Standardtherapie bei einer Hypothyreose ist die tägliche Einnahme von L-Thyroxin (synthetisches T4). In bestimmten Fällen kann zusätzlich Liothyronin (T3) verabreicht werden, vor allem wenn die Umwandlung von T4 in T3 im Körper gestört ist. Bereits wenige Wochen nach Beginn der medikamentösen Behandlung berichten viele Betroffene über:
Therapie der Schilddrüsenüberfunktion: Was tun bei Hyperthyreose?
Die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion zielt darauf ab, die Hormonproduktion zu normalisieren – entweder medikamentös mit Thyreostatika, durch eine Radiojodtherapie oder operativ. Nach erfolgreicher Behandlung der Überfunktion berichten viele Frauen über:
Erfahre mehr zum Thema
Zyklus verstehen. Hormonmuster erkennen.
1. https://www.researchgate.net/publication/245707869_Praklinische_Hypothyreose_und_Ovarialfunktionsstorungen
2. https://www.clinicatambre.com/de/neueste-nachrichten/wie-schilddruesenerkrankungen-ihren-menstruationszyklus-beeinflussen
3. https://www.forum-schilddruese.de/service/schilddruese-news/schilddruese-news-2022/13-schilddruese-und-zyklusstoerungen
4. https://www.netdoktor.de/krankheiten/schilddruesenunterfunktion/kinderwunsch
5. https://cada.com/de/blog/schilddrusenuberfunktion
6. https://schilddruesenguide.de/thyreoiditis/temperaturmessmethode-nach-broda-barnes
7. Wikipedia: Broda Otto Barnes – https://en.wikipedia.org/wiki/Broda_Otto_Barnes?utm_source=chatgpt.com
8. https://praxis-sonnenberger.de/2019/10/01/test-der-schilddruesenunterfunktion-mittels-temperatur